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Das Krügemuseum der Stadt Creußen ist seit 1950 in der Torwächterstube im nördlichen Stadttor
untergebracht, einem beschaulichen, stilvollen Raum aus dem beginnenden 17. Jahrhundert - klein
und fein aber auch sehr beengt und ohne Möglichkeit die Keramikgefäße schön zu präsentieren.
Um der Bedeutung des Creußener Steinzeugs für die Keramikproduktion in Deutschland im 17. und 18.
Jahrhundert gerecht zu werden und die Stellung Creußens in Bezug auf das Spezialthema "Steinzeug in
Deutschland" sinnvoll vermitteln zu können, hat die Stadt Creußen mit finanzieller Unterstützung von
Städtebauförderung, Denkmalschutz, Oberfrankenstiftung und Amt für nicht staatliche Museen ein
größeres Museum mit ganz neuer Konzeption geschaffen.
Das ehemalige Scharfrichterhaus, ein historisches Gebäude (18. Jahrhundert) im Eigentum der Stadt,
das noch dazu an das Stadttor anschließt und mit ihm räumlich verbunden ist, bot sich für die Erweiterung
an. Eine Sanierung und eine sinnvolle Nutzung des städtebaulich wichtigen Gebäudes innerhalb des
mittelalterlich geprägten Altstadtkernes wurde von der Stadt Creußen schon seit längerem angestrebt.
Mit der Erweiterung des Museums gelang nun dieses Vorhaben.
Das Gebäude selbst spiegelt als Baudenkmal seine Geschichte nun wieder mit kleinen beschaulichen
Räumen zum Teil mit Fachwerk, in denen der Amtsknecht und der Nachtwächter wohnten, das aber
als Frohnveste auch mehrere Gefängniszellen beherbergte. Ihre Fenster sind bis heute noch vergittert.
Auch Ringe in den Wänden zum Anketten der Gefangenen sind zu sehen, ebenso wie Eisenstangen
zum Vergittern der Zellen oder ein Plumpsklo.
Mit der Beherbergung der weltbekannten Creußener Steinzeugkrüge und -gefäße erhält das Gebäude
nun eine sinnvolle und attraktive neue Nutzung. So können die schönen Creußener Krüge ausführlich
bewundert werden, es gibt allgemein verständliche Erklärungen zur Bedeutung und zu den
Besonderheiten des Creußener Steinzeugs und eine anschauliche Einführung zur Herstellung
von Keramik (Powerpoint-Präsentation). Auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Keramikgruppen
"Irdenware, Steingut, Steinzeug und Porzellan" werden erklärt. Wertvolle Apostel- ,Planeten-, Jagd- oder
Kurfürstenkrüge können genauso bewundert werden wie Wappenkrüge oder Schreibzeuge aus
Creußener Ton. Sogar eine kleine Keramik-Figur betitelt als " Creußener Töpfer Schmidt" in zeitgenössischer
Kleidung ist ausgestellt. Die ehemalige Torwächterstube des Hinteren Tores beherbergt Funde und dazu
die neuesten Erkenntnisse in Bezug auf Creußener Töpferwerkstatt und Brennofen aus den archäologischen
Grabungen im Jahre 1999 und 2000.
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